Internationaler Tag gegen die Todesstrafe am 10. Oktober

"Der Trend zur Abschaffung Todesstrafe ist ungebrochen", so Oliver Hendrich, Experte zum Thema Todesstrafe von Amnesty International in Deutschland. Weltweit haben inzwischen 140 Staaten die Todesstrafe im Gesetz oder in der Praxis abgeschafft. Dennoch leben immer noch zwei Drittel der Menschheit in einem Staat, der hinrichtet.
"Regierungen mögen die Todesstrafe. Sie verlassen sich gerne darauf, weil es so aussieht, als würde etwas getan, wenn Menschen gehenkt werden. Aber tatsächlich erreicht man damit gar nichts", kritisiert der guyanische Anwalt Arif Bulkan.

Karibik: Todesstrafe abschaffen!

Bei Karibik denkt man an Strand, Palmen und Reggae, aber nicht an Hinrichtungen. Und doch gehören die englischsprachigen Karibik-Staaten zu den Verfechtern der Todesstrafe. Dagegen protestiert Amnesty International am 10. Oktober, dem Internationalen Tag gegen die Todesstrafe. In allen Ländern der englischsprachigen Karibik ist die Todesstrafe in den Gesetzbüchern verankert und kann für Mord - und zum Teil auch für Hochverrat, Terrorakte oder militärische Straftaten - verhängt werden. Hingerichtet werden jedoch nur wenige Menschen. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Todesstrafe in den meisten Ländern nach fünf Jahren in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt werden kann.
In mehreren Fällen wurden letztlich für unschuldig befundene Angeklagte unnötig lange in Untersuchungshaft festgehalten oder landeten sogar für Verbrechen, die sie nicht begangen hatten, im Todestrakt. Besonders kritisch sieht Amnesty, dass in Barbados sowie in Trinidad und Tobago für Mord zwingend die Todesstrafe vorgeschrieben ist, so dass die Umstände der Tat im Prozess nicht berücksichtigt werden.

Auf diese Missstände in den Staaten der englischsprachigen Karibik machen auch Berliner Amnesty International-Mitglieder am 10. Oktober, dem Internationalen Tag gegen die Todesstrafe, in der Fußgängerzone der Wilmersdorfer Straße aufmerksam. Darüber hinaus kann auch jetzt noch eine Online-Petition unterzeichnet werden:
Aktion gegen Todesstrafe in der Karibik


Belarus: Todesstrafe abschaffen!

Belarus ist das letzte Land in Europa und der ehemaligen Sowjetunion, das noch immer die Todesstrafe vollstreckt. Seit der Unabhängigkeit im Jahr 1991 sollen in Belarus etwa 400 Personen zum Tode verurteilt und hingerichtet worden sein.

Die letzten beiden Hinrichtungen waren im März letzten Jahres. Dzmitry Kanavalau und Uladzslau Kavalyou waren für schuldig befunden worden, im März 2011 einen Anschlag auf die Minsker U-Bahn verübt zu haben. Bis zuletzt konnte man jedoch keine forensischen Beweise finden, die sie mit der Explosion in Verbindung brachten. Es wurden bei ihnen auch keine Spuren von Sprengstoff gefunden. Außerdem gaben die Männer an, gefoltert und misshandelt worden zu sein, damit sie geständen. Auch 2013 gibt es bereits drei Todesurteile. Die Verurteilten heißen Rygor Yuzepchuk, Pavel Sialiun und Alyaksandr Haryunou.

Auf einer Demonstration in der Bergmannstraße forderten amnesty-mitglieder die Abschaffung der Todesstrafe.


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